Simplenakedsoap

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Im Dezember durfte ich eine Woche bei Malcolm und Tracey verbringen – doch wer sind die beiden und was machen sie? Der Titel dieses Eintrags ist Programm: „Einfach nacke Seife“ würde die wohlklingende Übersetzung ihres Business‘ lauten 🙂

Ich war ein paar Wochen zuvor auf einem Farmers Market und habe dort einen Stand gesehen, an dem tolle Ziegenmilchseife verkauft wurde – ohne Konservierungs- oder sonstige Zusatzstoffe und lediglich aus Zutaten, die man auch essen könne. Wow, da war ich ziemlich beeindruckt und behielt sogleich den Namen im Hinterkopf. Als wir dann einige Zeit später in der Ecke der beiden waren, beschlossen wir kurzerhand – unangekündigt – dort einen Zwischenstopp einzulegen. Gesagt, getan und spontan bei den beiden und ihrer Farm in Balclutha gestoppt. Malcolm hat uns kommen sehen und uns in der typischen Kiwi-Mentalität empfangen, d.h. nachdem ich uns kurz vorgestellt habe, uns gefragt, ob wir auf den Hof kommen und die Ziegen sehen wollen. Das taten wir dann auch sogleich und er zeigte uns mit sichtlichem Stolz seine 24 hochträchtigen Ladies.

Wenn man „nur“ Seife aus der Milch (und nicht etwa bspw. Käse) herstellen möchte, bringt dies einige praktische Vorteile: man benötigt erstens eine geringere Menge, was bedeutet, dass sie die Milch mit den Zicklein teilen können und diese nicht sofort nach der Geburt von der Mutter wegnehmen müssen. Die Ziegen können auch für eine längere Zeit, vor der Geburt des nächsten Babys, trockengestellt werden, da sie die zuvor bekommene Milch nicht sofort gänzlich verarbeiten, sondern einen Teil einfrieren, mit dem sie in dieser Zeit arbeiten. Dies bedeutet für die Ziegen eine längere Regenerationszeit. Und schlussendlich melken sie noch mit der Hand! Aber dies darf man in Neuseeland nur tun, wenn die Milch nicht für den menschlichen Verzehr genutzt wird. Insgesamt hatte ich bereits bei diesem ersten kurzen Besuch das positive Gefühl, dass es den Tieren (neben Ziegen auch noch 2 Katzen, 2 Hunde, 3 Pferde und etliche Hühner) bei Malcolm und Tracey sehr gut geht und da ich auch das Seifemachen wahnsinnig spannend finde, fragte ich kurzerhand, ob sie nicht Hilfe gebrauchen könnten. Malcolm war auch gleich sehr aufgeschlossen meiner Anfrage gegenüber und sagte uns, dass es in ca. 2 Wochen vermutlich sehr „busy“ werde, da es dann mit den Geburten losginge. Gleichzeitig mache Tracey jeden Tag Seife und sie gehen an 1 bis 4 Tagen in der Woche auf Märkte, um ihre Produkte zu verkaufen – somit seien genug Arbeit und gleichzeitig abwechslungsreiche Tätigkeiten für mich vorhanden!

Als ich dann 2 Wochen später bei den beiden „einzog“, gab es rund um die Uhr viel zu tun: vom Ausmisten und neu mit Stroh befüllen des Stalls, der gerade rechtzeitig für die ersten Babys fertig wurde, über Seife machen und stundenlanges (meditatives) Seife einpacken bis hin zum Verkauf der Produkte auf dem Markt…und natürlich nicht zuletzt: die Geburt der ersten Zicklein!!

Ich war zwar nicht „live“ bei einer Geburt dabei, dafür war es super spannend morgens und abends der Herde einen Besuch abzustatten und zu schauen, ob nicht eine Ziege im Schutz der Bäume 1, 2 oder sogar 3 Babys zur Welt gebracht hat. Das war ein bisschen wie Ostereier suchen und siehe da – bis zu meiner Abreise kamen 8 Babys zur Welt!

Und darüber hinaus habe ich viel gelernt, hier ein paar Dinge, die ich besonders interessant fand: Ziegen bekommen in der Regel Zwillinge, seltener 1 oder 3 Babys. Sobald ein paar Zicklein auf der Welt sind, wechseln sich die Muttis mit der „Kinderbetreuung“ ab, d.h. eine passt auf die Kleinen auf, während die anderen grasen gehen können. Die Ziegen von Malcolm und Tracey sind tagsüber zum grasen auf der Weide und kommen abends von alleine zum Hof zurück und übernachten in ihrem Unterstand. Ziegen sind so freundlich und interessiert! Das war mir überhaupt nicht bewusst und hat mich sehr beeindruckt. Wenn man nicht aufpasst, knabbern sie einem ruck-zuck an der Jacke 😉

Und auch über das Seife herstellen habe ich einiges gelernt und für mich mitgenommen, dass es im Grunde genommen gar nicht sooo kompliziert ist. Das Grundrezept besteht bei Tracey aus Ziegenmilch, Shea Butter, Kokosöl, Olivenöl, Rizinusöl und Reiskeimöl (und dann braucht man fur die Herstellung der Lauge natürlich noch Natriumhydroxid, weil sie die feste Seife im cold press-Verfahren herstellt). Ich möchte das Seife machen auf jeden Fall zu Hause auch einmal ausprobieren und hoffe, dass ich mich nun weniger davor scheue, denn bei Tracey habe ich gesehen, dass man auch viel improvisieren und ausprobieren kann (sie hat sich bspw. alles über Youtube-Videos selbst beigebracht) und man im vorhinein kein perfektes Equipment und Know-How braucht – einfach anfangen und Spaß haben! 🙂 Danke Malcolm und Tracey!

http://www.simplenakedsoap.com

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